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Zehn Jahre OEKO-TEX® ECO PASSPORT: Neue Maßstäbe für Chemikalientransparenz

Zum zehnjährigen Bestehen von OEKO-TEX® ECO PASSPORT veröffentlicht OEKO-TEX® eine detaillierte Analyse seiner Laborergebnisse. Die Zertifizierung verzeichnet heute mehr als 65.000 zertifizierte Produkte, 2.125 Zertifikate und 1.400 Kundinnen und Kunden in über 50 Ländern. OEKO-TEX® analysiert, bei welchen Parametern Grenzwerte besonders häufig überschritten werden und welche Produktgruppen davon am stärksten betroffen sind. Damit möchte die Organisation Herstellerinnen und Hersteller unterstützen, strenge Sicherheitsstandards einzuhalten. Gleichzeitig sollen mehr Verantwortung und Innovation in der Textil-, Leder- und Chemieindustrie gefördert werden. 

Was die Analyse zeigt: Labordaten 2025 

Die Auswertung der Prüfdaten 2025 verdeutlicht den Nutzen und die Komplexität unabhängiger Chemikalientests. Bestimmte Farbstoffarten – insbesondere Dispersionsfarbstoffe sowie Küpen- und Schwefelfarbstoffe – weisen weiterhin eine hohe Anzahl nicht bestandener Tests auf, darunter Quinolin, Anilin und Dimethylfumarat (DMFU). Diese Ergebnisse sind für die Branche nicht ungewöhnlich, zeigen jedoch deutlich, warum analytische Labortests weiterhin unerlässlich sind. 

Im Bereich PFAS bleiben die Auffälligkeiten im Rahmen von OEKO-TEX® ECO PASSPORT gering. Gleichzeitig registrieren die Labore eine zunehmende Präsenz von Gesamtfluor. OEKO-TEX® hat hierfür eine neue Differenzierungsmethode entwickelt, um festzustellen, ob nachgewiesenes Fluor aus PFAS- oder Nicht-PFAS-Quellen stammt – ein methodischer Fortschritt, der angesichts der zunehmenden regulatorischen Anforderungen an fluorierte Verbindungen für mehr Klarheit sorgen wird. 

Detaillierte Inhalte der Laboranalyse 2025 sind unter folgendem Link verfügbar.

Greener Chemistry: von Compliance zum Wettbewerbsvorteil 

Greener Chemistry bedeutet nicht einfach, eine Substanz durch eine andere zu ersetzen. Echte Fortschritte erfordern die Betrachtung des gesamten Produktionsprozesses – von der Reinheit der Rohstoffe und Energieeffizienz bis hin zum Abwassermanagement und der biologischen Abbaubarkeit am Ende des Produktlebenszyklus. „Chemikalientransparenz ist längst keine freiwillige Zielsetzung mehr. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer gesetzlichen Verpflichtung,“ erklärt OEKO-TEX® CEO Dr. Alfred J. Beerli. „ECO PASSPORT unterstützt diesen systemischen Ansatz, indem Zertifikatsinhaberinnen und -inhaber verpflichtet werden, Qualitätsmanagementsysteme aufrechtzuerhalten, Mitarbeitende entsprechend zu schulen und eine verantwortungsvolle Entsorgung sicherzustellen.“ 

Transparenz ist der entscheidende Faktor, der Greener Chemistry überhaupt umsetzbar macht. Ohne verifizierte und unabhängig bestätigte Informationen über chemische Zusammensetzung und Leistungsfähigkeit können weder Herstellerinnen und Hersteller noch Marken fundierte Einkaufsentscheidungen treffen. Besonders stark etabliert ist die Zertifizierung in wichtigen Produktionsmärkten: China und Indien vereinen zusammen rund zwei Drittel aller OEKO-TEX® ECO PASSPORT Zertifikate weltweit. Ein deutlicher Hinweis auf die Relevanz des Standards dort, wo Produktionsvolumen und Chemikalieneinsatz am höchsten sind. 

Ein Jahrzehnt Wachstum – eine Zukunft geprägt von Regulierungen 

Seit seiner Einführung hat sich OEKO-TEX® ECO PASSPORT kontinuierlich weiterentwickelt. Zu den jüngsten Updates zählen Kriterien zur Bewertung der biologischen Abbaubarkeit sowie eine stärkere Integration in digitale Plattformen wie ZDHC Gateway und The BHive®. „In der Zukunft werden glaubwürdige und unabhängig verifizierte Nachweise sicherer Chemikalien unverzichtbar sein,“ sagt Dr. Beerli. „Unser kontinuierlicher Weiterentwicklungsprozess stellt sicher, dass ECO PASSPORT mit den sich wandelnden Compliance-Anforderungen Schritt hält. 

Mit zehn Jahren Markterfahrung positioniert sich ECO PASSPORT heute als Schlüsselinstrument für den Übergang der Branche zu einem verantwortungsvollen Chemikalienmanagement. 

Über OEKO-TEX® ECO PASSPORT 

OEKO-TEX® ECO PASSPORT wurde vor zehn Jahren eingeführt und adressiert eine der größten Herausforderungen der Branche: den Nachweis, dass Chemikalien, die in der Textil- und Lederproduktion eingesetzt werden, sicher sind, bevor sie überhaupt in die Produktionsprozesse gelangen. Anstatt sich ausschließlich auf Inhaltsstoffdeklarationen oder die Prüfung von CAS-Nummern zu verlassen, schreibt ECO PASSPORT unabhängige analytische Laborprüfungen vor. Die Zertifizierung wird von den OEKO-TEX® Prüfinstituten getragen und umfasst die Einhaltung von ECHA-SVHC, EU REACH, EU POP sowie ZDHC MRSL 3.1. Der Standard wird kontinuierlich an aktuelle wissenschaftliche und gesetzliche Entwicklungen angepasst und bietet Unternehmen einen unabhängig verifizierten Nachweis dafür, dass ihre Chemikalien sicher und konform sind. Zertifizierte Produkte werden im OEKO-TEX® Buying Guide, im ZDHC Gateway sowie bei The BHive® gelistet. ECO PASSPORT dient zudem als anerkannte Vorzertifizierung für OEKO-TEX® STANDARD 100, LEATHER STANDARD und ORGANIC COTTON

 

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