Sport- und Funktionstextilien

Sport- und Funktionstextilien werden häufig über längere Zeiträume getragen. Hinzu kommt, dass die meisten Artikel direkt und teilweise großflächig mit der Haut in Kontakt kommen. Beim Schwitzen erleichtert die feuchte Haut das Herauslösen unerwünschter Substanzen aus dem Textilstoff und damit eine mögliche Aufnahme in den menschlichen Körper. Dasselbe gilt für Bademoden, die ja auch direkt auf der Haut getragen werden und in nassem Zustand Schadstoffe abgeben können.

An Sport- und Funktionstextilien werden hinsichtlich ihrer spezifischen Funktionalität besonders hohe Anforderungen gestellt. Wir wünschen uns hauptsächlich weiche und auch elastische Materialien. In diesem für die Hersteller lukrativen Bereich werden auch besonders häufig innovative Materialien angeboten, die jedoch meistens nur durch den Einsatz von chemischen Substanzen funktionieren. Man denke hier nur an die inzwischen breitgefächerten Attribute atmungsaktiv, wasserdicht und winddicht. Mittlerweile werden aber auch vermehrt Artikel mit textilem UV-Schutz oder bioaktiven Ausrüstungen (z.B. geruchshemmend, mückenabweisend) angeboten.

Für eine Zertifizierung nach STANDARD 100 by OEKO-TEX® müssen hautnah getragene Sport- und Funktionstextilien mindestens die Vorgaben für die Produktklasse II einhalten. Hautfern getragene Textilien wie Funktionsjacken müssen mindestens die Kriterien der Produktklasse III erfüllen. Darüber hinaus wird bei der Prüfung ein besonderes Augenmerk auf allergisierende Substanzen gelegt. Zu diesen gehören beispielsweise

  • Schwermetalle wie Nickel, die in metallischen Bestandteilen wie Druckknöpfen, Reißverschlüssen und Haken/Ösen enthalten sein können.
  • Dispersionsfarbstoffe, die zum Färben synthetischer Fasern eingesetzt werden. Kunstfasern werden aufgrund ihrer funktionellen Vorteile (leicht, schnell trocknend, pflegeleicht) für Sport- und Funktionstextilien bevorzugt verarbeitet.
  • Formaldehyd, das zur Ausrüstung von Textilien verwendet wird, um diese möglichst formstabil und knitterarm zu machen.

Im Zuge der Labortests wird darüber hinaus speziell auf die Überprüfung der Farbechtheiten Wert gelegt. Durch Bestimmung der Reib-, Schweiß- und Wasserechtheit der Prüfmuster wird sichergestellt, dass sich auch bei intensiven Bewegungen und verschwitzter Haut keine unerwünschten Substanzen aus dem textilen Material herauslösen können.