30 Jahre Expertise als Basis für die Zukunft

 

Die Vision der OEKO-TEX® Association, die im März 1992 durch das Forschungsinstituts Hohenstein und das Österreichischen Textil-Forschungsinstituts (OETI) gegründet wurde, spiegelt sich bis heute in den drei Kernwerten der Organisation wider: Vertrauen, Sicherheit und Nachhaltigkeit. OEKO-TEX® verfolgt seit drei Jahrzehnten das Ziel, das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern zu fördern, um verantwortungsbewusste Entscheidungen hinsichtlich Verbraucher- und Klimaschutz zu treffen. „Das erreichen wir durch unsere Services, mit denen wir Transparenz in die internationalen Lieferketten der Textil- und Lederindustrie bringen“, sagt OEKO-TEX® Generalsekretär Georg Dieners. „Sie sollen allen Beteiligten achtsame Entscheidungen ermöglichen, um unseren Planeten auch für zukünftige Generationen zu bewahren.“

OEKO-TEX® ist heute marktführend

20 Jahre bevor die Vereinten Nationen die Entwicklung der Sustainable Development Goals (SDGs; Ziele für nachhaltige Entwicklung) beschlossen, brachte OEKO-TEX® den STANDARD 100 by OEKO-TEX® auf den Markt, der 1992 in Kraft trat und heute als bekanntestes Label für Produktsicherheit gilt. „Er ging aus dem von OETI 1989 entwickelten Test- und Zertifizierungssystem Schadstoffgeprüft nach ÖTN 100 hervor, das aufgrund des zunehmenden öffentlichen Interesses an Textilökologie und Gesundheit entwickelt wurde“, erinnert das Österreichische Textil-Forschungsinstitut zum Jubiläum. Prof. Dr. Stefan Mecheels, Inhaber des Textilprüfdienstleisters Hohenstein, ergänzt: „Von der ersten Stunde an hatten wir die Bedürfnisse aller Akteure der textilen Wertschöpfungskette im Blick und etablieren bis heute Lösungen für aktuelle und künftige Marktanforderungen.“ Die dem STANDARD 100 by OEKO-TEX® zugrunde liegenden Grenzwerte und Prüfmethoden sind heute international standardisiert und werden mindestens einmal jährlich an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Gesetzgebungen angepasst – eine Methode, die auf alle OEKO-TEX® Standards angewandt wird.

Dabei spielen die SDGs, die 2016 in Kraft traten, heute ebenfalls eine Rolle. Mindestens sieben Ziele sind dauerhaft im Produktportfolio von OEKO-TEX® verankert. Darunter zum Beispiel Gesundheit & Wohlergehen(SDG 3) und Sauberes Wasser & Sanitäre Einrichtungen(SDG 6), welche sich unter anderem in der Betriebsstätten-Zertifizierung STeP by OEKO-TEX® widerspiegeln, oder auch Nachhaltiger Konsum & Produktion(SDG 12) sowie Klimaschutz und Anpassung(SDG 13), die durch das umfassende Produktlabel MADE IN GREEN by OEKO-TEX® umgesetzt werden.

Heute besteht der internationale Zusammenschluss aus 17 unabhängigen Forschungs- und Prüfinstituten auf dem Gebiet der Textil- und Lederökologie mit Kontaktbüros in über 60 Ländern. Sie sind für die gemeinschaftliche Entwicklung der Prüfmethoden und Grenzwerte der OEKO-TEX® Standards verantwortlich und führen entsprechende Laborprüfungen bzw. Betriebs-Audits nach weltweit einheitlichen Richtlinien durch. Diese umfassenden Produkt- und Prozessprüfungen sorgen dafür, ein entsprechendes Risikomanagement, Verbraucher- und Umweltschutz sowie gesetzliche Konformität sicherzustellen. Aufgrund ihrer breit gefächerten Aktivitäten und Kernkompetenzen im Bereich Forschung und Entwicklung liefern die akkreditierten OEKO-TEX® Testinstitute wichtige Impulse für Innovationen innerhalb der Textil- und Lederindustrie. Sie arbeiten zielgruppenspezifisch und in enger Zusammenarbeit mit den Herstellern. So tragen sie auf allen Stufen der Wertschöpfungskette maßgeblich zur Entwicklung qualitativ hochwertiger Textil- und Lederprodukte bei.

Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklung

Der Anspruch, dabei möglichst nah am Markt und lieber noch einen Schritt voraus zu sein, begleitet OEKO-TEX® seit 30 Jahren. Er ist essenziell, um Unternehmen dabei zu unterstützen, sich an stetig ändernde Rahmenbedingungen anzupassen und Verbraucher inhaltlich entsprechend abzuholen. Dadurch ist die Entwicklung von OEKO-TEX® nicht nur ein Abbild wissenschaftlicher, sondern auch gesellschaftlicher und politischer Strömungen. Im Fokus steht dabei stets das Ziel, nachhaltige Standards und Maßnahmen zu vereinheitlichen, um der Branche die schnelle und umfassende Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen zu erleichtern. Hierfür ist der Austausch mit Dritten besonders wertvoll. OEKO-TEX® beteiligt sich deshalb neben den SDGs an unterschiedlichen internationalen Multi-Stakeholder-Initiativen wie Projekten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD; Organization for Economic Co-operation and Development) des Bündnisses für nachhaltige Textilien (Partnership for Sustainable Textiles), der ZHDC-Initiative (Zero Discharge of Hazardous Chemicals; Keine Abgabe gefährlicher Chemikalien) und Greenpeace.

Neben der Kooperation mit externen Multi-Stakeholder-Initiativen findet jährlich die Sitzung des OEKO-TEX® International Advisory Board (IAB) statt. Kernfunktion des IAB ist die Beratung hinsichtlich der konsequenten und marktnahen Weiterentwicklung der Standards auf Basis der Vorschläge der internationalen OEKO-TEX® Working Groups. Darüber hinaus führt OEKO-TEX® im Jubiläumsmonat eine Public Stakeholder Konsultation durch, um weitere Erkenntnisse sämtlicher Interessensgruppen zu gewinnen und diese ebenfalls in die Weiterentwicklung der Standards zu integrieren.

Drei Jahrzehnte Erfahrung für die Zukunft nutzen

Der Gründungsgedanke, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu ermöglichen, um unseren Planeten für zukünftige Generationen zu bewahren, hat im Laufe der vergangenen 30 Jahre eine immer dringlichere Bedeutung erhalten. Und so entwickelt OEKO-TEX® entschlossener denn je umfassende Lösungen, um Industrie und Verbrauchern bei den Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte als vertrauensvoller Partner zur Seite zu stehen: Neben dem im Januar des Jubiläumsjahres eingeführten IMPACT CALCULATOR, der STeP by OEKO-TEX® zertifizierte Produktionsstätten dabei unterstützt, ihre CO2-Emissionen und ihren Wasserverbrauch zu reduzieren, wird die Organisation in der Mitte des Jahres einen Service launchen, der Unternehmen die Umstellung auf die bevorstehenden Sorgfaltspflichtengesetze (Due Diligence Laws) erleichtern soll.

Prof. Dr. Stefan Mecheels formuliert den gemeinsamen Ausblick für die kommenden Jahre: „Als Gemeinschaft haben wir einen umfassenden Blick auf die Branche und das ist angesichts der weltweit wachsenden Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für Brands, Hersteller, den Handel und letztendlich die Konsumenten ein großer Mehrwert.“