Presseinformation

20.12.2010 | 2026-DE

OEKO-TEX® Audit beim weltgrößten Schalhersteller V. FRAAS in Oberfranken -

Firmenbesuche als neuer Bestandteil der OEKO-TEX® Zertifizierung sind sehr erfolgreich angelaufen

ZÜRICH (dw) Schals sind genauso fein gewebte Netzwerke wie das Prüf- und Zertifizierungssystem des OEKO-TEX® Standards 100. Beides entwickelt sich ständig weiter. So profitieren die in die OEKO-TEX® Gemeinschaft eingebundenen Firmen nicht nur von der jährlichen Neudefinition aktueller Schadstoffgrenzwerte, sondern seit dem 1. April 2010 auch von einem neuen wichtigen OEKO-TEX® Baustein: Bei allen Zertifikatsinhabern werden nun flächendeckend im dreijährigen Turnus verbindliche Firmenbesuche durchgeführt, die ganz konkret bei der Umsetzung der Schadstoffvorgaben und der Qualitätssicherung helfen sollen. Zum Ende des Jahres und passend zur frostigen Jahreszeit nahmen Auditorinnen des Hohenstein Textile Testing Institute einen Vor-Ort-Termin beim weltgrößten Schalhersteller V. FRAAS im oberfränkischen Wüstenselbitz wahr. V. FRAAS ist Marktführer in der Produktion von Schals und textilen Accessoires. Das Hauptgeschäft besteht in der Auftragsfertigung für Marken von BOSS bis Tchibo. Daneben werden aber auch eigene Stücke unter der Marke FRAAS – The Scarf Company kreiert.

„Wir von V. FRAAS stehen für Schals und textile Accessoires wie kein zweites Unternehmen. Je intensiver der Hautkontakt eines Produkts, desto strengere ökologische Anforderungen muss es unserer Meinung nach erfüllen. Daher legen wir immensen Wert darauf, ökologisch und ethisch wertvoll zu produzieren. Belegen können wir dies unter anderem mit unseren OEKO-TEX® Zertifizierungen“, erklärt einer der drei V. FRAAS-Geschäftsführer, Andreas Schmidt.

Dementsprechend beeindruckt waren auch die OEKO-TEX® Auditorinnen, Anke Rühl und Verana Lapp – nicht nur vom hohen Qualitätsstandard und den luxuriösen Materialien, die V. FRAAS verarbeitet, sondern auch von den Unternehmenskennziffern: Allein die Summe an Schals, die pro Jahr die Web-, Raschel- und Strickmaschinen verlassen, liegt aktuell bei rund 10 Millionen Stück.

Einen ganz Tag lang Zeit nahmen sich die OEKO-TEX® Auditorinnen für das Familienunternehmen mit seiner fast 130-jährigen Firmengeschichte und weltweit über 600 Mitarbeitern, das jährlich über 1.000 Tonnen Garn zu hochwertigen Accessoires wie Schals, Tüchern, Mützen, Handschuhen oder Capes verarbeitet. Einblick in das Unternehmen erhielten die Auditorinnen durch eine einführende Firmenpräsentation, einen mehrstündigen Betriebsrundgang, die Besichtigung der Produktion wie Weberei-Vorbereitung, Weberei und Stückfärberei sowie einen Besuch des Garnlagers und der Versandabteilung. So ließen sich in den anschließenden Besprechungen die Vorgaben für die notwendigen OEKO-TEX® Prüfungen viel genauer einschätzen. Sowohl die Beratung im Hinblick auf den Prüfaufwand, als auch die mögliche Zusammenlegung von Prüfmustern sowie mögliche Kosteneinsparungen für das Unternehmen, konnten die Auditorinnen direkt einschätzen und konkret ansprechen. Das Ziel, mit dem neuen OEKO-TEX® Zertifizierungs-Baustein des persönlichen Audits das wissenschaftliche Denken der Hohenstein Textile Testing Institute direkt auf die produzierenden Unternehmen zu übertragen, wurde auch bei diesem Besuch voll erreicht.

„Diese Neuerung seitens der Internationalen OEKO-TEX® Gemeinschaft bewerten wir als sehr positiv. Durch den persönlichen Kontakt gibt es einen deutlich besseren Informationsaustausch und beim Betriebsrundgang lernen die Auditoren das Unternehmen und die Prozesse viel besser kennen“, findet auch V. FRAAS-Geschäftsführer Andreas Schmidt, und fügt noch hinzu: „Das gesamte Audit verlief durchweg positiv. Es ergaben sich viele neue interessante Themen und Ansätze für V. FRAAS, die uns noch nicht bekannt oder bewusst waren. Es war ein sehr interessanter Austausch in angenehmer Atmosphäre. Auch die aktuelle Kommunikation sowie die Umsetzung der gemeinsam erarbeiteten Ziele verlaufen sehr gut.“

Wie wichtig OEKO-TEX® ist und wie stark im Trend humanökologisch zertifizierte Textilien liegen, erklärt Schmidt gleich im Anschluss: „Die Nachfrage wächst weltweit. Bewusste Verbraucher achten auf unbedenkliche, schadstoffgeprüfte Textilien. Solche Konsumenten sind alles andere als eine Nischenzielgruppe für uns. Wir sind der Meinung, dass Mode und Ökologie sehr gut miteinander zu vereinbaren sind und hier ein enormes Potenzial steckt – Stichwort OEKO-TEX® als Wettbewerbsvorteil.“ Eindrucksvoll belegen lässt sich diese Aussage auch durch aktuelle Verkaufszahlen. OEKO-TEX® Textilien machen bei V. FRAAS etwa 30 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das sind zurzeit circa 2,8 Millionen Artikel pro Jahr.

Der Vor-Ort-Termin bei V. FRAAS beweist: Die Zielsetzungen, die sich OEKO-TEX® mit der neuen Maßnahme der Firmenbesuche gestellt hat, gehen in der Praxis voll auf und werden von den Unternehmen sehr positiv angenommen. Denn die Auditoren können in vielerlei Hinsicht direkt helfen und ganz konkret beratend tätig werden:

  • bei der Umsetzung der Schadstoffvorgaben
  • bei der betrieblichen Qualitätssicherung
  • bei der Absprache der technischen Bedingungen der Zertifizierung
  • bei der Auswahl der Artikelgruppen bezüglich Kosten-Nutzen-Aufwand
  • oder bei Möglichkeiten der werblichen Nutzung des Oeko-Tex® Labels

Zürich, im Dezember 2010

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