Presseinformation

13.01.2015 | 2182-DE

Verlässliche Partnerschaft für mehr Nachhaltigkeit in der textilen Kette -

Internes Qualitätsmanagement und Kontrollmechanismen der OEKO-TEX® Gemeinschaft zur Einhaltung der geforderten Kriterien

Zürich (hm) OEKO-TEX® bietet Marken, Herstellern und Handel bereits seit 1992 ein umfangreiches Produktportfolio an, um die Unternehmen gezielt bei der Umsetzung humanökologischer Produktsicherheit und nachhaltiger Produktionsbedingungen zu unterstützen. Das Konzept und die konsequente Weiterentwicklung der einzelnen Zertifizierungen/Dienstleistungen beruhen dabei auf drei zentralen Ansprüchen: Sie sind weltweit verfügbar und auf allen Produktionsstufen der textilen Kette anwendbar, ideal auf die Bedürfnisse der Textilbranche zugeschnitten und folgen dem Prinzip einer kontinuierlichen Verbesserung der damit bereits erreichten Leistungen.

Um die Einhaltung der geforderten Kriterien in der Praxis durchzusetzen, betreibt OEKO-TEX® ein umfangreiches Qualitäts- und Kontrollmanagement, das sowohl die betriebliche Verantwortung der beteiligten Unternehmen aktiv einfordert als auch zahlreiche interne Maßnahmen umfasst. Bei den 16 OEKO-TEX® Mitgliedsinstituten handelt es sich um hoch spezialisierte Einrichtungen mit umfassender Kompetenz in sämtlichen Sparten des textilen Sektors und zumeist Jahrzehnte langer Erfahrung in Forschung und textiler Qualitätsprüfung. Alle OEKO-TEX® Institute sind gemäß ISO 17025 für ihr unabhängiges Prüfwesen und ihre Kompetenz akkreditiert. Diese gemeinsame Basis und ethische Grundausrichtung ist bereits für sich genommen ein wichtiger Garant für einheitliche Prüfergebnisse und Audit-Bewertungen.

OEKO-TEX® Standard 100

Prüfkriterien und einheitliches Prüfniveau
Die Kriterien der Schadstoffprüfungen nach OEKO-TEX® Standard 100 werden jährlich einer Neubewertung unterzogen und angesichts neuer Gesetze und wissenschaftlicher Erkenntnisse bei Bedarf im Sinne von mehr Verbrauchersicherheit verschärft. Die Anforderungen sind für alle Zertifizierungsvorgänge weltweit verbindlich, die Labortests erfolgen in allen OEKO-TEX® Instituten auf Grundlage derselben Methodik. Zur Sicherstellung einheitlicher Prüfergebnisse führen die Mitgliedsinstitute untereinander regelmäßig Rundversuche durch und müssen interne Audits durch Experten anderer OEKO-TEX® Institute absolvieren. Regelmäßige Schulungen der OEKO-TEX® Labor- und Auditoren-Teams tragen ebenfalls zu einem gleichbleibend hohen Prüf- und Wissensniveau bei. Zweimal jährlich stattfindende Techniker-Meetings aller OEKO-TEX® Institute dienen dem Erfahrungsaustausch über die durchgeführten Zertifizierungsvorgänge und Forschungsarbeiten zu Substanzen und Prüfmethoden sowie der Auseinandersetzung mit neuen Anforderungen. Auf diese Weise schaffen die beteiligten OEKO-TEX® Institute eine fundierte Basis für die konsequente Weiterentwicklung des Kriterienkatalogs. Sämtliche OEKO-TEX® Laborprüfungen unterliegen zudem einer materialspezifischen Prüfsystematik und werden ausschließlich in den von OEKO-TEX® autorisierten Mitgliedsinstituten in Europa und Japan durchgeführt, so dass bei allen üblichen Abläufen wie Erstzertifizierungen, Zertifikatsverlängerungen und -erweiterungen sowie Kontrollprüfungen stets eine korrekte und objektive Beurteilung der geprüften Textilmuster gewährleistet ist.

Qualitätsmanagement-Audits
Um eine optimale Umsetzung der geforderten Prüfkriterien in der Produktion zu unterstützen, bilden Audits in den Unternehmen vor Ort einen obligatorischen Bestandteil der Erstzertifizierung nach OEKO-TEX® Standard 100. Danach werden die Firmen-Audits in einem dreijährigen Turnus wiederholt. Gegenwärtig werden jedes Jahr mehr als 3.500 Qualitätsmanagement-Audits durchgeführt. 2013/2014 gab es beispielsweise 3.587 Betriebsbesuche in weltweit 69 Ländern. Dabei haben nur 16 Firmen das Audit nicht bestanden, was einer Quote von weniger als 0,5 % entspricht.

Produktkontrollen
Nach Ausstellung des OEKO-TEX® Zertifikats führt OEKO-TEX® darüber hinaus seit mehreren Jahren systematische Produktkontrollen in einem Umfang von mindestens 25 % aller jährlich ausgestellten Zertifikate durch. Dazu werden mit dem Label Textiles Vertrauen gekennzeichnete Produkte stichprobenartig im Handel eingekauft und einer erneuten Laborprüfung unterzogen. Bei textilen Vorstufen- und Zwischenprodukten werden z. B. im Rahmen der Firmen-Audits gezogene Muster der laufenden Produktion vom zuständigen OEKO-TEX® Institut im Labor überprüft. Ergänzt werden die Kontrollprüfungen durch unangekündigte Firmen-Besuche, bei denen Auditoren der OEKO-TEX® Gemeinschaft vor allem bei Betrieben in Produktionsländern, in denen Beanstandungen hinsichtlich der Produktkonformität auftraten. Diese Firmen werden noch zusätzlich auditiert.

Positive Befunde im Rahmen der Kontrollprüfungen werden von OEKO-TEX® sowohl länderspezifisch als auch kriterienspezifisch ausgewertet, Auffälligkeiten zudem im Hinblick auf ihre Entwicklung analysiert. Durch die flächendeckende Einführung der obligatorischen Qualitäts-Audits sowie die schrittweise Ausweitung der Produktkontrollen (von ursprünglich 15 % auf zunächst 20 % und heute mindestens 25 % der ausgestellten Zertifikate) konnte die Quote der beanstandeten Prüfparameter im Lauf der letzten Jahre deutlich gesenkt werden. Die zuletzt vorgenommene Auswertung aus 2013/2014 mit 17.611 durchgeführten Kontrollprüfungen an Artikeln aus 32 verschiedenen Produktgruppen und 3.309 überprüften Zertifikaten aus 61 Ländern verdeutlicht zudem, dass es sich bei der überwiegenden Mehrzahl der Beanstandungen um humanökologisch weniger kritische Prüfparameter wie die Einhaltung der Farbechtheiten oder des pH-Werts handelt.

Schutz vor Missbrauch
Eine weitere Säule der OEKO-TEX® Qualitätssicherung stellen der Schutz der Markenrechte sowie fälschungssichere Dokumente dar. Anhand eines 2D-Barcodes lässt sich jedes OEKO-TEX® Zertifikat (inklusive sämtlicher damit u. U. verknüpfter weiterer Zertifizierungen einzelner Bestandteile) von der OEKO-TEX® Gemeinschaft in einem zentralen Register mit allen bestehenden Zertifikaten eindeutig nachverfolgen, so dass Trittbrettfahrer durch Vorlage gefälschter Dokumente leicht entlarvt werden können. Mit der neu entwickelten MySTeP by OEKO-TEX® Datenbank haben registrierte Nutzer aus Industrie und Handel außerdem die Möglichkeit, bestehende OEKO-TEX® Zertifizierungen (OEKO-TEX® Standard 100, STeP by OEKO-TEX®) ihrer Lieferanten glaubwürdig zu validieren und übersichtlich zu verwalten.

Für mögliche Missbräuche durch gefälschte Label etc. beschäftigt OEKO-TEX® einen eigenen Experten, der bekannt gewordene Verstöße auf internationaler Ebene konsequent verfolgt, so dass bei Bedarf rechtliche Schritte gegen den Urheber eingeleitet werden können. Gefragt ist im Zusammenhang mit dem Markenschutz nicht zuletzt auch die Aufmerksamkeit der Unternehmen mit OEKO-TEX® Zertifikat und der Öffentlichkeit. Als hilfreiches Tool für alle Firmen bis hin zum Handel und dem Konsumenten gibt es auf der OEKO-TEX® Website beispielsweise eine interaktive Gültigkeitsprüfung. Nach Eingabe der vorliegenden Zertifikatsnummer bzw. der Prüfnummer auf dem OEKO-TEX® Label erfährt man, ob eine gültige Zertifizierung vorliegt und erhält eine detaillierte Beschreibung des zertifizierten Artikels inklusive der Angabe, zu welcher OEKO-TEX® Produktklasse der Artikel gehört. Bei offensichtlichen Unstimmigkeiten sollten betroffene Firmen und Verbraucher die OEKO-TEX® Verantwortlichen umgehend kontaktieren. Abgerundet wird dieser QM-Bereich durch die Sicherstellung eines umfassenden Datenschutzes für alle technischen/Datenbank-Systeme, die zur Kundenbetreuung notwendig sind.

STeP by OEKO-TEX®

Produktionsbetriebe, die für ihre umweltfreundlichen und sozial verantwortlichen Herstellungsbedingungen gemäß STeP by OEKO-TEX® zertifiziert sind, werden nach Durchlaufen des erforderlichen Online-Assessments und vor Ausstellung des Zertifikats durch das zuständige OEKO-TEX® erstmals auditiert. Danach gibt es regelmäßige Konformitäts-Audits für alle STeP-Betriebe sowie zusätzlich unangekündigte Auditierungen bei Firmen, die im Rahmen des Assessments nur Level 1 des dreistufigen STeP-Scorings erreichen konnten. Werden bei diesen Folge-Audits Abweichungen in Bezug der Einhaltung der geforderten Nachhaltigkeitskriterien festgestellt, so kann dies zum Entzug des STeP-Zertifikats führen.

Nähere Informationen zur internen Qualitätssicherung und den Kontrollmaßnahmen der OEKO-TEX® Gemeinschaft erhalten Sie beim OEKO-TEX® Sekretariat, Kontakt: info@oeko-tex.com.

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