Qualitätsmanagement

Betriebliche Qualitätssicherung

Das freiwillige Prüf- und Zertifizierungssystem des STANDARD 100 by OEKO-TEX® setzt auf die Eigenverantwortung der Hersteller entlang der textilen Kette. Mit ihrer Konformitätserklärung belegen die Unternehmen rechtsverbindlich, dass die vom zuständigen Institut geprüften repräsentativen Muster für die Laufzeit des OEKO-TEX® Zertifikats qualitativ mit den Artikeln aus der laufenden Produktion übereinstimmen.

Voraussetzung für die Zertifikatsausstellung ist der erfolgreiche Nachweis eines Qualitätssicherungssystems, das die im Zertifizierungsantrag festgeschriebenen Verfahrenstechniken, Farb- und Hilfsmittel, Rezepturen und Materialzusammensetzungen kontinuierlich gewährleistet.

Arbeitet der Lizenznehmer mit anderen Unternehmen bzw. Importeuren zusammen, kann er Teile des Qualitätsmanagements auf diese übertragen. Jedoch müssen auch diese belegen, dass sie die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der humanökologischen Qualität der Produkte in ihrem Betrieb getroffen haben.

Wird ein zertifiziertes Produkt durch Umstellung der Verfahrenstechnik, neue Rezepturen oder den Einsatz anderer Farbstoffe und Hilfsmittel qualitativ verändert, muss das Textil vom zuständigen Prüfinstitut erneut überprüft und seine Eigenschaften in einem erweiterten Zertifikat dokumentiert werden.

Qualitätsmanagement der OEKO-TEX® Gemeinschaft

Die Internationale OEKO-TEX® Gemeinschaft trägt durch zahlreiche Maßnahmen zur Produktsicherheit, Sicherstellung des Prüfniveaus und zum Schutz des eingetragenen OEKO-TEX® Prüfzeichens bei. Zu diesen gehören:

  • eine weltweit einheitliche Prüfsystematik, wie im STANDARD 100 by OEKO-TEX® (Prüfverfahren) und dem internen Guide Book definiert
  • Schulungen sowie Wissens- und Erfahrungsaustausch im Rahmen regelmäßiger Technikersitzungen und Expertenkreise mit Vertretern aller autorisierten Prüfinstitute
  • Forschung und Kriterienentwicklung
  • Ringtests zwischen den Prüfinstituten
  • Auditierung der Prüfinstitute zur Überwachung und Schulung der Prüfqualität durch Vertreter der Internationalen OEKO-TEX® Gemeinschaft
  • Firmen-Audits zur Sicherstellung eines optimalen Zertifizierungsablaufs und gezielten Unterstützung der betrieblichen Qualitätssicherung

Firmen-Audits

Um die betriebliche Qualitätssicherung der weltweit am OEKO-TEX® System beteiligten Unternehmen gezielt zu unterstützen und zu optimieren, führen die OEKO-TEX® Mitgliedsinstitute als obligatorischen Bestandteil der Zertifizierung ein Audit beim antragstellenden Unternehmen durch.

Die Besuche bei den Firmen vor Ort bieten den Auditoren die Möglichkeit, sich einen Überblick über die betriebliche Situation zu verschaffen und auf diese Weise die Unternehmen zu häufig auftretenden Fragestellungen und Problemen systematisch zu beraten. Dazu gehören beispielsweise Hinweise zur Auswahl geeigneter Mustermaterialien, Unterstützung bei der Zusammenstellung von Artikelgruppenbeschreibungen auf dem Zertifikat sowie Hilfestellungen hinsichtlich der korrekten und vollständigen Deklarierung der verwendeten Farbstoffe, Hilfsmittel und Chemikalien unter Einbeziehung von Ausgangsmaterialien und Zutaten.

Zusätzlich zur Schulung der Qualitätsbeauftragten, welche für die Umsetzung der geforderten OEKO-TEX® Kriterien verantwortlich sind, erhalten die Unternehmen von den Auditoren aber auch in Bezug auf die korrekte und gesetzlich konforme Verwendung des OEKO-TEX® Labels zur Produktkennzeichnung und anderen Marketing- und Vertriebszwecken ausführliche Ratschläge, sofern Bedarf besteht.

Das Firmen-Monitoring findet zeitnah vor oder kurz nach der Zertifikatsausstellung statt und wird alle drei Jahre wiederholt.

Kontrollprüfungen

Die Internationale OEKO-TEX® Gemeinschaft finanziert jedes Jahr Produktkontrollen in einem Umfang von mindestens 20% aller ausgestellten Zertifikate.

Die autorisierten Mitgliedsinstitute kaufen frei im Handel erhältliche Artikel mit OEKO-TEX® Label und überprüfen, ob die humanökologischen Eigenschaften der Produkte gemäß der Konformitätserklärung des Herstellers mit der Qualität der ursprünglichen Prüfmuster übereinstimmen.

Die Überprüfung der Produkte aus den Vorstufen erfolgt anhand von hinterlegten Mustermaterialien der Hersteller.

Bei Nichteinhaltung der geforderten Kriterien wird der betroffene Lizenznehmer vom zuständigen OEKO-TEX® Institut umgehend aufgefordert, die festgestellten Mängel schnellstmöglich zu beseitigen und Muster aus der verbesserten Produktion zur neuerlichen Überprüfung einzureichen.

Wiederholte Auffälligkeiten im Rahmen der Produktkontrollen können den Entzug des bestehenden OEKO-TEX® Zertifikats zur Folge haben.

Firmenkontrollen

Zusätzlich zu den Produktkontrollen im Markt beschäftigt die Internationale OEKO-TEX® Gemeinschaft unabhängige Auditoren, die weltweit unangemeldete Betriebsbesichtigungen bei Unternehmen mit OEKO-TEX® Zertifikat durchführen.

Sie überprüfen vor Ort, ob die Produktionsbedingungen den Anforderungen des STANDARDs 100 by OEKO-TEX® genügen und geben den Firmen bei Bedarf Hinweise zur Optimierung des vorhandenen Qualitätssicherungssystems.

Schutz der Markenrechte

Verbreitung und Bekanntheitsgrad des Labels „Textiles Vertrauen – Auf Schadstoffe geprüft nach STANDARD 100 by OEKO-TEX®“ erfordern einen effektiven Schutz der eingetragenen Markenrechte.

Sollten im Rahmen der Kontrollprüfungen, Betriebsbesichtigungen und Marktbeobachtung durch die autorisierten OEKO-TEX® Mitgliedsinstitute Unregelmäßigkeiten bei zertifizierten Produkten festgestellt werden, so kann dies zum Entzug des bestehenden Zertifikats führen.

Dies gilt insbesondere in folgenden Fällen:

  • Die vom Hersteller gemachten Angaben hinsichtlich der Qualität der stichprobenartig überprüften Ware stimmen nicht mit dem Prüfmuster überein.
  • Der Hersteller hat eine vorgenommene Änderung der technischen Beschaffenheit seiner zertifizierten Waren nicht oder nicht rechtzeitig an das zuständige Prüfinstitut der Internationalen OEKO-TEX® Gemeinschaft gemeldet.
  • Die Kennzeichnung des zertifizierten Textilprodukts entspricht nicht den Anforderungen des Standards. Fälschungen und Missbräuche des Markenzeichens stellen einen Straftatbestand dar und werden von der OEKO-TEX® Gemeinschaft straf- und zivilrechtlich verfolgt.