Erstzertifizierung

Hersteller, die ihre Produkte zertifizieren lassen möchten, müssen zunächst einen schriftlichen Antrag bei einem der autorisierten OEKO-TEX® Prüfinstitute stellen.

Um seine Waren mit dem OEKO-TEX® Label auszeichnen zu dürfen, muss der Antragsteller in einer Konformitätserklärung garantieren, dass die von ihm hergestellten bzw. vertriebenen Produkte im Hinblick auf die humanökologische Qualität während der kompletten Laufzeit des Zertifikats mit den geprüften Mustern übereinstimmen.

Die Prüfergebnisse werden dem Antragsteller in Form eines Gutachtens mitgeteilt, das sich zunächst ausschließlich auf den getesteten Prüfling bezieht. Es berechtigt jedoch noch nicht zur Auszeichnung des Produkts mit dem OEKO-TEX® Label.

Im Anschluss an die systematische Erfassung der Produkt- und Produktionsdaten erstellt das beauftragte Prüfinstitut zunächst einen individuellen Prüfplan für die zu testenden Artikel(-gruppen).

Die Schadstoffprüfungen nach STANDARD 100 by OEKO-TEX® werden von einem der 18 autorisierten Prüfinstitute in Europa und Japan durchgeführt.

Ein vollständig ausgefüllter Antrag enthält folgende Angaben:

  • Beschreibung der zu prüfenden Ware
  • Angabe der durchgeführten Verarbeitungsschritte zur Herstellung des Textils
  • Auflistung aller eingesetzten Farbstoffe und Hilfsmittel
  • Sicherheitsdatenblätter der Ausrüstungschemikalien
  • Zertifikatskopien bereits zertifizierter Ausgangsmaterialien
  • Aufnahme in die internationale OEKO-TEX® Referenzliste bzw. den Einkaufsführer im Internet (ja/nein)
  • Verlängerungsvertrag enthält eine Verpflichtungserklärung, in der das Unternehmen die Richtigkeit seiner Angaben bestätigt und zustimmt, Produktänderungen unverzüglich dem beauftragten Prüfinstitut zu melden

Der Antrag wird gemeinsam mit repräsentativen Prüfmustern des Textilprodukts (bzw. Zubehörs) beim Prüfinstitut eingereicht.

Danach wird das Textil im Rahmen einer genau definierten worst-case Methodik auf die Parameter des OEKO-TEX® Kriterienkatalogs überprüft. Getestet werden also z. B. Artikel mit der stärksten Beschichtungsauflage, der dunkelsten Einfärbung oder der höchsten Ausrüstungsmenge.

Hinweise zur Auswahl

Die Prüfmuster müssen die gesamte Artikelgruppe abdecken, da sich daran die Formulierung der zu zertifizierenden Artikelgruppierung orientiert. Eine unvollständige Musterauswahl kann zur Einschränkung der zertifizierten Artikelgruppe führen.

Verpackungsregeln

Die Verpackung der Prüfmuster muss bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen, um die Proben zu schützen und um richtige, reproduzierbare und aussagefähige Prüfresultate zu gewährleisten:

  • Prüfmuster jeweils einzeln in reißfesten Polyethylenfolien bzw. Polyethylensäcken verpacken. Dadurch werden Kontaminationen beim Transport vermieden.
  • Verpackung durch zweimaliges Einschlagen und Verkleben mit einem Klebeband verschließen.

Verpackung von Ausstattungsmaterialien

  • Prüfmuster in durchsichtigen Kunststoffbeuteln einzeln und luftdicht verpacken (zwingend notwendig für Emissionsprüfung!).
  • Prüfmusterbeschreibung laut Anhang des Antrags auf Zertifizierung unbedingt beifügen.

Ausschließliches Verpacken der Prüfmuster in Kartons und/oder Papier ist unbedingt zu vermeiden!

Nach Abgabe der Konformitätserklärung erhält der Antragsteller vom beauftragten Prüfinstitut ein gültiges OEKO-TEX® Zertifikat für die erfolgreich getesteten Produkte. Dieses berechtigt ihn dazu, seine Waren für die Dauer eines Jahres im Handel mit dem Label „Textiles Vertrauen – auf Schadstoffe geprüft nach STANDARD 100 by OEKO-TEX®“ auszuzeichnen. In Deutschland und Frankreich erfolgt die Zertifikatsausstellung durch von der OEKO-TEX® Gemeinschaft autorisierte Zertifizierungsstellen.

Dazu ist auch ein glaubwürdiger Nachweis aller im Betrieb getroffener Maßnahmen zur Qualitätssicherung gegenüber dem beauftragten Prüfinstitut erforderlich.

Eine weitere Voraussetzung für die Produktzertifizierung nach STANDARD 100 by OEKO-TEX® ist ein Firmen-Audit durch das beauftragte Prüfinstitut beim antragstellenden Unternehmen. Ziel der OEKO-TEX® Auditoren ist es dabei, eine optimale Umsetzung der geforderten OEKO-TEX® Kriterien in der betrieblichen Qualitätssicherung zu gewährleisten. Die Firmenbesuche finden zeitnah im Rahmen des Zertifizierungsablaufs statt und werden danach in einem dreijährigen Zyklus wiederholt.

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