Prüfung von Textilien aus Bio-Baumwolle auf gentechnisch veränderte Organismen (GMO)

Häufig gestellte Fragen

1. Für welche Baumwoll-Produkte ist die neue Prüfung auf gentechnisch veränderte Organismen (GMO) möglich?

Die Prüfung auf gentechnisch veränderte Organismen ist relevant für Produkte aus Bio- Baumwolle oder mit Baumwollanteilen. Bei diesen ist der Test obligatorisch.

Werden im Zertifikatstext bzw. der Artikelgruppenbeschreibung die Begriffe „Bio“ oder „biologisch“ verwendet, muss geprüft werden.

Bei Produkten aus konventionell hergestellter Baumwolle kann die Prüfung auf Anfrage durchgeführt werden.

2. Wann müssen Antragsteller ihre Produkte auf gentechnisch veränderte Organismen (GMO) prüfen lassen?

Die Prüfung auf gentechnisch veränderte Organismen (GMO) ist erforderlich, wenn das Prüfmuster aus Bio-Baumwolle besteht oder entsprechende Anteile erhält, und der Antragsteller wünscht, dass der Artikel auf dem Zertifikat als „Bio“ oder „biologisch“ deklariert wird.

3. Verlängert sich durch den GMO-Test die Durchlaufzeit der Prüfmuster bei der Laborprüfung?

Nein. Die Prüfung dauert ca. 10 Tage und kann parallel zu den anderen OEKO-TEX® Labortests durchgeführt werden.

4. Was passiert bei Produkten, für die unterschiedliche Vorzertifikate (auf GMO geprüft bzw. nicht auf GMO geprüft) vorliegen?

Bereits im Rahmen des STANDARD 100 auf GMO überprüfte Produkte werden entlang der textilen Kette akzeptiert.

Falls ein Prüfmuster sowohl aus GMO-geprüften als auch aus nicht geprüften Komponenten besteht, dürfen die Begriffe „Bio“ oder „biologisch“ nur auf dem STANDARD 100 Zertifikat verwendet werden, nachdem eine Überprüfung auf GMO für das gesamte Prüfmuster erfolgreich durchgeführt wurde.

5. Stellt OEKO-TEX® bei konfektionierten Produkten zwei Zertifikate aus, wenn der Antragsteller auf GMO geprüfte und nicht geprüfte Artikel vorlegt?

Produkte aus Baumwolle ohne Gentechnik und Produkte aus Baumwolle mit genetisch veränderten Organismen (GMO) können in einem STANDARD 100 by OEKO-TEX® Zertifikat enthalten sein.

6. Ist es erforderlich, dass bei allen Baumwoll-Bestandteilen eines konfektionierten Kleidungsstücks (Zubehör, Reißverschlüsse, Gürtel, Bänder) keine GMO nachweisbar sind?

Nein, geprüft wird in der Regel nur die Fläche. Kleine Zubehörteile eines konfektionierten Kleidungsstücks müssen nicht auf GMO getestet werden.

7. Wie wird die qualitative Untersuchung auf GMO an einem eingeschickten Muster (z.B. Kleidungsstück) durchgeführt?

Es wird immer eine Mischprobe im Doppelansatz geprüft. Das Material wird an verschiedenen Stellen der Probe entnommen.

8. Es ist bekannt, dass die DNA-Prüfung zur Bestimmung unterschiedlicher Baumwoll-Varianten für Rohbaumwolle und Grauware (Garne und Gewebe) sehr präzise funktioniert. Aber wie genau ist dieser Test für verarbeitete Textilien wie gebleichte, gefärbte oder veredelte Baumwolle?

Der Test ist bei verarbeiteten Textilien genauso möglich wie bei Rohbaumwolle.

9. Welche Grenze wird für den GMO-Test angesetzt, da es bisher keinen Richtwert (so, wie für Lebensmittel) für Textilien gibt?

Das Ergebnis der Prüfung ist eine Ja/Nein Aussage, die bestätigt oder widerlegt, ob in der Materialprobe gentechnisch veränderte Baumwolle enthalten ist.

10. Ist die Bio-Baumwollprüfung auch für Artikel mit GOTS-Zertifikat notwendig?

Ja. Die GOTS-Zertifizierung beruht auf verschiedenen Zertifikaten, eine Laborprüfung ist nicht zwingend vorgeschrieben.

Die OEKO-TEX® Prüfung auf gentechnisch veränderte Organismen (GMO) gibt verlässlich darüber Auskunft, ob das Endprodukt GMO enthält.

11. Werden für die GMO-Prüfung auch Testberichte anderer Prüflabore anerkannt?

Nein, Nachweise anderer Prüflabore zur Bestätigung, dass die Produkte auf gentechnisch veränderte Organismen (GMO) übeprüft wurden, werden nicht anerkannt.